Gerhard Gruber (A)

Stummfilm: Der Mandarin

PROGRAMMKINO WELS
Mittwoch, 9. Juni 2021, 19:30 Uhr
Ab 14 Jahren
Dauer: 60 Minuten

information

Der Film, einer der letzten Produktionen Österreich-Ungarns, entstand kurz vor dem Untergang des Habsburger-Reiches 1918. Der nach 1945 verschollen geglaubte Film gilt als Vorläufer des expressionistischen Kinos in Deutschland. Erst spät wurde er in den USA wiederentdeckt und von 2002 bis 2004 im Zuge eines gemeinsamen Projekts des Österreichischen Filmmuseums (Wien) und des George Eastman House (Rochester) restauriert.

In seiner Rahmenhandlung berichtet „Der Mandarin“ von einem Schriftsteller, der in der Irrenanstalt von Steinhof nach Stoff für seinen neuen psychologischen Roman sucht. Der Anstaltsleiter bringt ihn zum wahnsinnig gewordenen Freiherrn von Stroom, dem „interessantesten Fall“ in Steinhof. Dessen Geschichte bildet den Hauptteil des Films – die Tragödie eines Libertins. Mit Hilfe einer kleinen „Mandarin“-Figur die zum Leben erwacht, erschleicht sich der Freiherr die Hörigkeit der Damen und landet letztendlich in der Gosse und im Wahnsinn.</p


Im Anschluss:

Fünf PuppenspielerInnen vertieften sich im Herbst 2020 in einem gemeinsamen Workshopprojekt mit dem Medienkulturhaus Wels in das Genre des Stopp Motion Films. Die dabei entstandenen Kurzfilme werden im Anschluss gezeigt.

Dauer: ca. 12 Minuten
Autoren: Andra Taglinger, Manfredi Siragusa, Paul Pauser, Ines Ranner, Sabine Falk


Musik: Gerhard Gruber
Regie: Fritz Freisler
Autoren: Paul Frank, Fritz Freisler
Darsteller: Harry Walden, Karl Götz u.a.


Über die Gruppe:

Seit 1988 ist Gerhard Gruber Stummfilmpianist. Seine Begeisterung für dieses Metier ist seither ungebrochen. „Das Gefühl, mitten im Geschehen des Films dabei zu sein, war unbeschreiblich aufregend und ist es bis heute unverändert geblieben. Das ist auch ein Garant für die Lebendigkeit der Stummfilmabende.“
Seine Reisen mit Stummfilmen führen ihn rund um den Globus, von Los Angeles bis Neuseeland, von Mexiko bis Peking. Gerhard Grubers Zugang zur Stummfilmbegleitung ist die Improvisation, die er als direkten und immer neuen Dialog mit dem Geschehen auf der Leinwand ansieht. Er liebt es, sich immer wieder neu von den Filmen verführen zu lassen und diese Verführung an das Publikum weiterzugeben. „Es ist nie der Film allein, es ist immer die Dreiheit Film-Musik-Publikum, und deshalb ist jeder Abend auch ein eigenes Erlebnis.“

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